Dezember 2008 Archive

Buchumschlag How to be a domestic goddesssDieses Jahr werden wir Weihnachten auf Rügen verbringen, und damit zwar meinen familiären Wurzeln sehr nahe (meine Großeltern haben viele Jahre auch mit meinem Papa dort gewohnt und gewirkt), aber trotzdem zum ersten Mal nicht mit unseren Familien. Und während meine Seite unsere Idee überhaupt nicht schön findet, hat die andere Seite es eher locker aufgenommen. Und so gab es heute schon das erste Weihnachtsgeschenk für mich von der Familie meines Liebsten.

Seit mindestens einem halben Jahr wünschte ich mir dieses eine Buch, von dem einige der amerikanischen Kreativbloggerinnen dieses Jahr ins Schwärmen gerieten, während es unter den Deutschen und den meisten Irinen völlig unbekannt ist. Völlig zu Unrecht, wie ich meine. Warum? Das will ich versuchen hier dazulegen.

Das Buch ist von Nigella Lawson, die im Jahr 2000 wegen dieses Buches zur britischen Autorin des Jahres gewählt wurde und nebenbei ne echt schön gemachte Webseite hat. Es gibt eine britische und eine amerikanische Version und diese einmal als gebundene Ausgabe und als Softcover. Der Titel lautet "How to Be a Domestic Goddess: Baking and the Art of Comfort Cooking", was übersetzt "Wie man eine häusliche Göttin sein kann; backen und die Kunst des Komfort- kochens" bedeutet

Ich habe die amerikanische Ausgabe mit Hardcover bekommen, die nur einen kleinen Nachteil hat: Temperaturangaben in Grad Fahrenheit und Mengenangaben in Löffeln und Tassen. Das Englisch ist jedoch auch für Englischsprecher, deren Schulenglisch schon etwas eingerostet ist, gut verständlich, also bloß keine falsche Scheu!

Im Buch gibt es Kapitel mit den Namen "Kuchen", "Kekse, Scones und Muffins", "Pasteten (=gedeckte zumeist Obstkuchen)", "Desserts", "Schokolade", "Kinder", "Weihnachten", "Brot und Hefe" sowie "die Speisekammer einer häuslichen Göttin", außerdem geht sie kurz auf notwendiges Equippment und Zutaten ein (erfreulicherweise nichts, was in einem guten Haushalt nicht eh vorhanden ist). Dabei fallen einem der äußerst hochwertige Druck, teilweise mit kostspieliger Goldschmuckfarbe und die äußerst ästhetischen, ganzseitigen und brillanten Fotos auf, die verdammt appetitanregend sind und von der Fotografin Petrina Tinslay stammen.

Obwohl der Buchtitel in einigen Kritiken vor allem emanzipierten Frauen sauer aufstößt, steckt nicht das dahinter, was man vermutet (Frauen gehören Hausfrauen und sollen darin Meisterschaft erlangen). Ebenfalls ist es kein reines Rezeptebuch. Vielmehr sind die Rezepte darauf ausgelegt, daß sie wohlschmeckend und auch was fürs Auge sind und der Köchin - oder dem Koch, es soll ja auch Männer geben, die sich an anspruchsvolle Pâtisserie wagen- einen guten Ruf und Erfolgserlebnisse einbringen, daher der Buchtitel.

In dem Buch gibt es viele persönliche Geschichtchen der Autorin, es macht aus einem Rezeptbuch etwas sehr gemütliches und persönliches. Als ob man mit Nigella in der Küche steht und sie einem die Geschichten zu ihren Kreationen und Gedanken zum Kapitelthema erzählt. Ich habe auch schon gelesen, daß andere es als Bettlektüre schätzen, weil es auch unterhaltsam ist. Das ist was ganz anderes als ein nüchternes Rezeptebuch mit Foto, Zutatenliste und Zubereitungsanweisung, sondern ein wahres Kunstwerk!

Es macht schon vom ersten blättern an Appetit und extrem Lust darauf, sofort in die Küche zu stürzen und was daraus nachzubacken. Dabei sind es keine "klassischen" Rezepte, sondern sie spielt oft mit den Zutaten, interpretiert Gerichte neu und innovativ, was zwar ungewohnt ist, aber sehr erfirschend und spritzig daherkommt.
Cheddarkäse im gedeckten Apfelkuchen oder Gemüsebrühe in Mince tarts zum Beispiel. Die Art und Weise so die Gerichte zu interpretieren und ihnen einen modernen Hauch zu geben und auch wirklich ungewohnte Kombinationen zu einem neuen Geschmackserlebnis zu verbinden erinnert mich sehr stark an Jamie Oliver, von dem ich ein sehr großer Fan bin. Auch die unkonventionelle Einstellung, daß man sich nicht akribisch an steife Regeln halten muss und überhaupt nur nach Perfektion streben muss um gut zu kochen ist wie bei Jamie Oliver.
Weihnachtsmuffins

In dem Buch geht es - wie Nigella selber schreibt- darum, daß man nicht auf Teufel komm raus einen Wahnsinnsaufwand ins kochen und backen stecken muss, wie es einem vielfach von anderen Kochbüchern und Sendungen suggeriert wird (es ist nur dann gut, wenn alles selbstgemacht, frisch und vom feinsten ist und man sehr viel Zeit mit der Zubereitung verbracht hat, heißt es da) und sich dabei ausgelaugt, gestresst und "nicht gut genug um mit anderen mitzuhalten" fühlt. Vielmehr soll man sich bei diesen Rezepten gut fühlen, sie sollen einfach sein, die Zubereitung einfach und schnell ohne viel Vorbereitungszeit, man soll entspannt werden, sehr viel Spaß haben und sein Selbstwertgefühl heben, wenn man merkt, daß scheinbar unüberwindbar schwer geglaubte Gerichte gelingen und man auch von anderen Lob dafür bekommt.

Als Beispiel erwähnt Nigella wie zufriedenstellend und schon fast unheimlich therapierend das Backen von Brot mit Hefeteig sein kann, obwohl viele den Aufwand fürchten. Auch ich hatte früher vor Frischhefe immer einen Heidenrespekt und hatte Schiss den Umgang mit diesem lebenden Produkt zu wagen. Ich bewunderte meine Mutter, weil sie so wunderbaren Kosunak mit Rosinen und ganzen Mandeln zu Ostern gezaubert hat und konnte mir nie vorstellen, daß ich jemals mit Hefe Freundschaft schließen könnte. Und heute weiß ich, durch die revolutionäre 5-minuten- Brot Methode aus dem Artisan Breads Buch, welche ich bei Theresia aufgeschnappt hab, was die Hefe mag und was nicht. Ich bereite Teige zu, aus denen Pizza und Brot wird, das selbst dem wählerischen Gaumen meines Liebsten sehr gut mundet und habe vor, noch viel mehr von den grandiosen Rezepten auszuprobieren und so mag es nicht verwundern, daß ich Frischhefe und Mehl stets vorrätig hab. Ich gebe zu, das Buch "Artisan bread in 5 Minutes a day" ist höchst anregend und das beste Backbuch welches ich je gesehen habe. Und trotzdem steht "How to be a domestic goddess" nicht in Konkurenz dazu, sondern ergänzt dieses im süßen Bereich hervorragend. Es gibt defakto keinerlei Überschneidungen.

Das Buch ist damit sowohl zum kochen, als auch etwas fürs Regal, denn die Fotos sind wirklich einige der besten, die es im Food- Bereich in der Zeit gab und gibt. Wer auf den Link klickt, kommt auf Amazon, wo es im Moment einen Preisnachlass von 10% auf das Buch gibt.



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