Neues in der Kategorie filzen

Als es bei meiner Einzel- Ergotherapie darum ging, ein neues Projekt auzuwählen, und da ich seit Anfang März begonnen hatte ganz viele lange aufgeschobene oder bereits angefangene Projekte zuendezubringen, dachte ich mir, ich könnte auch die Themen bearbeiten, die ich vor 2 Jahren bei der Filz- Jahreskreis 2012 Gruppe bei Facebook, die unter anderem Aine ins Leben gerufen hatte, noch nicht fertiggemacht hatte.

Vor 3 Wochen begann ich also damit, auf einen industriellen Vorflz den ich bei Wollknoll bestellt hatte meinen Kraftbaum - denn so lautete das Märzthema- mit der Filznadel aufzufilzen. Dann der erste Anlauf das ganze nass nachzufilzen. Leider filzte das noch nicht so wie ich wollte, und so wurde kurzerhand meine beste Freundin Kaba kontaktiert. Die empfahl, eine Bambusmatte wie es sie hin und wieder bei den Discountern gibt dafür zu verwenden. Ich habe nur eine ganz kleine, die mir Brigitte eigentlich fürs Sushirollen zugeschickt hatte, und da die nichtmal A5 Format hat, war das ne ganz schöne Quälerei, die Ecken sind ausgezipfelt. Aber dennoch war alles miteinander verfilzt und die Oberfläche war weitestgehend zufriedenstellend. Leider ist der Vorfilz an einigen Stellen ausgedünnt. Die symbolischen Blätter (eigentlich hat mein Kraufbaum jeweils 5 Blätter an einem Blatttrieb und nicht nur eins, aber das lässt sich so klein im A5 Format nicht realisieren) blieben noch so ein bisschen erhaben, eigentlich ganz schön.

Filzbild HolunderDann stand die Entscheidung an, ob ich die Blüten oder die Beeren aufsticke. Dann, ob ich sie mit Garn sticke oder mit Perlen. Ich entschied mich nach tagelangem Abwägen dann doch für die Blüten.

Mein Kraftbaum ist der Holunderstrauch (und mein Bild stellt auch den Holunderstrauch dar, keinen richtigen Baum). Seit ich einen Vortrag zum Thema "Holunder tut Wunder" besucht habe ist meine anfängliche Sympathie in eine völlige Begeisterung und eine enge Verbindung umgeschlagen.

Heute also, gut 3 Wochen nachdem ich dieses Projekt begonnen hatte bin ich erstmal fertig. Allerdings bin ich mir total unschlüssig, was ich davon halten soll. Ich habe das Gefühl, daß die Blütendolden (alle von der Seite betrachtet, wie auf vielen Fotos) etwas zu klein sind. Einige mit denen ich gesprochen habe, sagen, sie seien sogar ziemlich größ, aber das erscheint mir absurd.

Was meint ihr? Müssen die Blütendolden doch noch etwas vergößert werden, oder sind sie genau richtig, so wie sie jetzt sind?



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Heute gab es von der Volkshochschule Müncheberg aus das Angebot bei einer Kräuterfrau zu filzen.
Ich machte mich also leicht verspätet auf den Weg (jaja, Haarewaschen und aufräumen mussten vorher sein, damit der Ron nicht sauer wird) und kam mitten durch das schönste Unwetter. Und zu allem Überfluss musste ich in Dahmsdorf an der Schranke der Regionalbahn ewig lange stehen. Die Bahn von Berlin nach Küstrin fährt genau jede Stunde einmal in die eine und in die andere Richtung, wieso gerade bei mir? Als ich ankam, waren die anderen drinnen (filzen drinnen? irgendwie ungewöhnlich) und erzählten ich habe nichts verpasst, da es vorher noch eine Einführung gab Ich hatte mit der Kursleiterin Birte Böhmisch aber vorher per Mail abgeklärt, daß ich Fortgeschrittene bin und so machte das nix aus. Ich kam also an, ging rein um mir Wolle auszusuchen und ging dann - da es mittlerweile trocken war und kein Regen in Sicht - auf die Terrasse und legte mir mein "Projekt" zurecht.
Es sollte ein Täschchen werden, der Materialverbrauch hielt sich in Grenzen und der dafür veranschlagte Preis war mir im Nachhinein zu viel (aber in der knappen Zeit was größeres zu machen wäre illusorisch gewesen). Ich nahm rotes Wollvlies als Basis und verteilte orangene, gelbe und beigeorangene Strangwolle drauf und holte dann heißes Wasser und ne Schüssel. Seife hatte ich mir selber eine kleine von "the body shop" mitgebracht und zwar eine Hanfseife. Kann ich nur empfehlen - filzt gut, duftet gut und pflegt die Hände mit Hanfsamenöl superweich. Ich filzte also vor mich hin, musste immer wieder den Kursteilnehmern für die die Kursleiterin keine Zeit hatte (es waren eindeutig zu viele) erklären wie man was macht, sie korrigieren und den jüngeren auch helfen. Immer wieder merkte ich, daß die Gruppe deutlich zu groß war, dafür daß es zu 100% Anfängerinnen waren. Ich traf dort eine Frau wieder, mit der ich schon beim VHS Schneiderkurs zusammengesessen hatte wieder, was schön war, und es waren sehr viele kleine Kinder dort. Was mich sehr nervte, war, daß es keinerlei Luftpolsterfolie zum auf- den- Tisch legen gab und ebensowenig welche, die man sich in die Hohlkörper packen konnte, weswegen alles deutlich länger dauerte und es einigen besonders schwer gemacht wurde, die Wichtelmützchen- Eierwärmer (mit Styroporformen) oder größere Taschen (mit Pappe) machen wollten. Als dann gegen Ende auch noch meine halbbenutze Seife verschwand, als ich heißes Wasser geholt hab, war für mich der Punkt erreicht, wo ich statt die Wände zu verfilzen einfach die Ränder abgeschnitten hab und die Ränder rundgefilzt. Ich hab dann am Ende noch ein paar Zipfel (50gr) Wollvlies gekauft, aber bei 7EUR/100gr fand ich es unangemessen teuer, zumal mein "Stammladen" in Berlin- Kreuzberg nur 4 EUR/100gr haben will und dafür viel schönere Farben und viel größere Auswahl bietet.
Und dafür daß ich der Kursleiterin Arbeit abgenommen hab, hab ich auch noch über das Material hinaus auch noch die Kursgebühr bezahlt! Heidelberg wär jetzt echt besser gewesen.



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