Heute war ein ganz aufregender Tag. Den Nachmittag haben wir in Sassnitz, Rügens zweitgrößter Stadt verbracht und dort auch den Hafentageb beigewohnt, einer Art Kirmes mit Veranstaltungen auf dem Wasser und Konzerten. Außerdem haben wir die kläglichen Überreste des weißen Schlosses am Meer gefunden, einem ehemals großen Schloß welches in Dwasieden auf einer Klippe stand und der Familie Hansemann gehörte. War wie eine Zeitreise in die Vergangenheit. Davor waren wir zum "Trödel - und Fischmarkt" in Lauterbach bei Putbus, der Stadt wo mein Papa eingeschult wurde. Ein großer Teil der Verwandtschaft von meiner Oma wohnt noch immer aud dem Darß und in Barth.
Auf dem Trödelmarkt gab es viele Stände und an einem wurden sogar Spinnräder verkauft. Eines war rein Deko und das andere entpuppte sich nach einem kurzen Funktionstest (danke Kaba daß ihr mir beigebracht habt worauf ich achten muss) als voll funktionstüchtig. Leider war der Spinnwirtel von der Spule abgebrochen und auch kein Antriebsriemen vorhanden. Ich hätte also um wirklich damit arbeiten zu können ein paar
nette Menschen fragen müssen, ob sie mir 3 Spulen drechseln können. Ich hab mich dann getraut, den Verkäufer zu fragen, wieviel er dafür haben will. 50 Euro wollte er für ein so nicht nutzbares Spinnrad haben, 50 EUR! Das fand ich sehr heftig, zumal Kaba mir ja ein paar Richtwerte genannt hatte. Als er meinen Ausspruch "WAS? 50 Euro?" hörte, fragte er mich was ich ihm denn dafür geben würde und ich hab ihm erstmal aufgezählt was ich noch alles investieren müsste und dann obwohl ich am liebsten 15 EUR gesagt hätte 20 Euro genannt. Er war sofort ablehnend und unfreundlich und meinte: "Na für 20 Euro mach ich es lieber kaputt." Bitteschön, wenn er meint! Ich bin überzeugt, daß er es nicht losgeworden ist und auch nie mehr loswird. Ich hab dann woanders eine Schatulle mit bulgarischem Motiv drauf gefunden, wo man mal Zigaretten drin gelagert hat, die AUtomatik aber kaputt war und hab den in Kentnnis der Marktpreise auf 2 Euro runtergehandelt. Yay! An einem anderen Stand habe ich mich durch die alten Bücher gewühlt und wurde fündig. 2 Bücher über volkstümliches Handwerk - einmal in Mexiko und einmal in der Schweiz. Beide Bücher haben zusammen 4 Euro gekostet und lesen sich ganz nett, auch wenn mehr über die Hintergründe als Bastelanleitungen drin steht. Außerdem ist es eben der Stand von 1970. Danach hab ich noch so Bücher entdeckt, auch aus den 70ern, wo viele verschiedene Techniken vorgestellt und sehr ausführlich beschrieben werden. Es sind Übersetzungen aus Amerika und extrem vielseitig. Ich hatte zuerst nur 6, es gab zu allem was ich gekauft habe noch 1 Band von den Bastelbüchern gratis dazu, je 2 EUR den Band. Da eine Frau mit einer Dose alter Knöpfe auf einen irreal hohen Preis bestand und nicht handeln wollte, bin ich dann mit meinen letzten 4 EUR nochmal zum Buchmenschen und hab dem noch 2 Bände abgekauft.
Wow, 11 Bücher zum Preis von nur 20 Euro, nicht übel, wenn man bedenkt was da so alles drin ist. Ok, die Motive sind auf Karos, weil es wohl damals noch keine Kopierer und vermutlich auch keine Scanner für zuhause gab. Gottseidank hab ich jetzt neue Möbel, da können die neuen Bücher dann rein. Es sind total geniale Sachen in den Büchern, von simplen Nähstücken, häkeln und knüpfen und applizieren bis hin zum Musikinstrumenten aus Müll/Naturmaterilien bauen, Glas schmelzen, Lackarbeiten, Emailiebearbeitung/Herstellung und Edelsteinschleifen und solchen krassen Sachen, wo man riesige oder zumindest teure Apparate braucht. Durch die gute (überwiegend schwarzweiße)
Bebilderung und Fotos und Schemenzeichnung kann man aber sehr viel erkennen und wenn man tatsächlich solche Geräte auf dem Dachboden oder in einem nachlass mal findet, dann kann man damit richtig Geld machen. Es sind irre interessante Sachen dabei und wie üblich würde ich am liebsten fast alles nacharbeiten, natürlich mit anderen Farben, Mustern und hochwertigeren Materialien *hüstel* Hippie style find ich zwar teilweise ganz neckisch aber an mir muss das nicht unbedingt sein. ^_^;
Ein schöner Tag wars, lecker Essen und die Bücher die ich nach all der Schlepperei (die wiegen
nämlich ganz schön was und ich musste natürlich so eine dumme Plastiktüte die die Hande
einschneidet bekommen) durchlesen und durchgucken konnte waren die perfekte Abrundung für den Tag. Falls ihr mal fragen zu Anleitungen habt, ich bin jetzt jedenfalls gewappnet.